layoutlogo1
MotoX Story

Hier nun die ungekürzte MotoX Location Guide Story von unserem California Trip:

Vielen Dank noch mal an Wolfgang Brand und seiner MotoX Crew die uns die Veröffentlichung im Location Guide erst Möglich gemacht haben

„Boys are back in town...!“

wie kommt man in den Himmel ohne nicht mindestens 1000 alten Damen über die Straße zu helfen oder ihnen zumindest  die zuvor geklaute Handtasche wieder zugeben? – Als Crosser und das sogar als einfacher Hobby-Crosser !

Gemeint ist der Dirt Bike-Himmel und zwar“ the one and only“ in California /USA

Nachdem wir bei den ersten 6 California Trips sämtliche Sehenswürdigkeiten dieses MX Mekkas inhaliert hatten, kamen wir letzten Winter in den Genuß dieses Land auf seine eigentliche Bestimmung zu testen. – MX-Riding pur.

Was sollen wir sagen ? Vergesst Asti,vergesst Mantova, vergesst Italien was dieses Land uns Dirt Junkies bieten kann aktiviert bei jeden Nordcup Fahrer Glückshormone , die besten Falls durch eine versehentliche Teilnahme am MXDN übertrumpft werden kann.

Im Vorfelde mussten wir erstmal unsere Arbeitgeber davon überzeugen ,dass eine überbetriebliche Ausbildung von 3 monatiger Dauer in den USA absolut notwendig ist!

Da wir die oben erwähnten Handtaschen ja wieder abgegeben haben, mussten wir jetzt alle Register ziehen um diesen Trip auch zu finanzieren.

Erstmal haben wir die Pfandflaschen aus unserer Werkstatt abgeben ,die restliche Kohle besorgten wir uns über manipulierte Ebayauktionen mit Legosteinen ,Barbie und Ken inkl.Jeep und die so geliebte Kassetten- Sammlung von den“ Fünf Freunden“ .

Bei der Frage der Bikes hatten wir uns recht schnell darauf geeinigt unsere eigenen „echten“125er Mofas rüber zu schiffen, da wir beide der Meinung waren ,daß unsere „Handmade-Werksbikes“, es verdient haben amerikanischen Boden unter die Stollen zu bekommen .Erklärt uns ruhig für bescheuert...! Als Alternativen stand zum einem, der Kauf eines Dirt Bikes oder aber das Leihen  bei diversen ortsansässigen Mietstationen.

Mieten ist wirklich nur für die Dauer von ein oder zwei Tagen zu empfehlen, zwischen 200,- und 350,-US$ sind da mal locker pro Tag fällig. Zugegeben man muß sich wirklich um Nichts mehr kümmern, die Scouts bringen euch die Mopeds an den gewünschten Track und versorgen euch zum Teil sogar mit Getränken und Häppchen.

Kauf ist für jeden eine gute Alternative der sich in der nächsten Saison ohnehin `ne neue Rigge holen will. Mit Verschiffung ,Zoll und Steuer liegt man, in der Regel, immer noch unter dem hier angebotenen Listenpreis. Die in den USA offerierten MX-Bikes lassen einen beim Blick auf‘s Preisschild zwar erst mal jubeln, leider kommt Grundsätzlich noch TAX(Steuern),Registration sowie die Montage des Bikes dazu. Das Motorrad in der Kiste kaufen und selber zusammen ramschen ist auf Grund der Gesetzgebung der Amis nicht drin. Der Import einer Crosse z.B. über Canada sorgt aber dann dafür ,dass ihr später in Deutschland anstelle der Startnummern lieber den Preis auf den Plates spazieren fahrt ,nur um euern Mitstreitern zu zeigen das ihr vielleicht nicht den Speed aber wenigstens das“ Wirtschaftliche - Know How“ habt.

Eine Auslandskrankenversicherung ist Pflicht.Es lässt euch zwar keiner verbluten aber ihr Geld holen die sich auf alle Fälle wieder.(Viel Geld) Eure Standard Krankenversicherung wird einen Teufel tun und auch nur einen Cent bezahlen.Mit ca .1 Euro pro Tag seit ihr auf der sicheren Seite.

Bei der Verschiffung unserer heiligen Motorräder haben wir uns vertrauensvoll in die Hände von SACO SHIPPING in Hamburg begeben.Von insgesamt 12 Anfragen bei diversen Rederein hatten lediglich 6 geantwortet und Saco Shipping war unserer Meinung nach die einzige kompetente Spedition die wirklich Interesse hatte unsere Bikes nach CA zu transportieren. Abgerechnet wird nach

 

 Volumengewicht ,also möglichst viel auseinander bauen und die Kiste so klein wie möglich halten. Zwischen 250,- und 300,- Euro sind dann für die einfache Fahrt übern großen Teich zu berappen.Die Überfahrt dauert ca 4-5 Wochen und ihr könnt euch dann auf euren eigenem Bike die Knochen verbiegen.

Um nicht den Zoll bei der Einfuhr als Barsicherheit hinterlegen zu müssen, bietet sich ein Carnet A.T.A. an. Dieses Carnet ermöglicht euch die zollfreie Einfuhr von euren Bikes und Ersatzteilen über den Zeitraum von einem Jahr. Zu bekommen ist dieses Carnet bei eurer zuständigen Industrie- und Handelskammer für 40 Euro.

Jetzt fehlte eigentlich nur noch die 4000qm Bude in Malibu, da wir aber von zu Hause diesen Luxus gewohnt sind (Realität:1Zimmer ,8,76qm 27. Stock ,3 Hunde),und wir auch mobil sein wollten ,haben wir uns einen 83er Ford Camper gekauft. Bei einer Länge von 10m ,haben wir genügend Platz unsere Riggen in einer „Inboardgarage“ unterzubringen. Der große Vorteil beim Camper ist, daß man seine Mopeds immer dabei hat ,morgens wach wird , frühstückt und dann direkt zu den Strecken fahren kann oder aber auch gleich auf den Strecken bleibt um am nächsten Morgen den frisch geshapten Track zu entjungfern .Weiterer Vorteil ist das man direkt bei seinem Bike schläft und so die Wahrscheinlichkeit eines Diebstahls sehr verringert wird, so mal man dem Camper von Außen nichts ansieht. Ursprünglich wollten wir uns eigentlich einen sogenannten „Fun Mover“ mieten ,der Name versprich nicht zu viel, ein 10m langer Traum mit edler Heckgarage in Alu Riffelblech für mindestens 4 Bikes. Der absolute Hammer, so etwas bringen bei uns noch nicht einmal die Pro-Teams mit ins Fahrerlager. Leider sind die Kosten für eine 3 monatige Langzeitmiete nicht bezahlbar. Wer jedoch nur ein paar Tage oder Wochen diesen Luxus genießen möchte, dem sei der Fun Mover ans Herz gelegt. Der Camper ist zwar offiziell nicht bei den Reisebüros zu buchen aber z.B die Firma Travelhit.com kann euch dieses Modell vermitteln bzw Info-Material zukommen lassen.

Bei Travelhit.com hatten wir dann auch unsere Flüge  übers Internet gebucht, nicht nur das sie preislich recht günstig sind, der Service und die Beratung ist ne #1(Service+Beratung im Internet??? – kein Witz) und Begriffe wie Glamis oder Pismo Beach waren für die keine karibischen Cocktailnamen.

Für alle Camper-Hasser bleibt alternativ die Unterbringung im Motel oder Apartment, wenn ihr ein bisschen rumfragt ist es wirklich nicht schwer einen Sonderpreis auszuhandeln und meistens haben die auch kein Problem damit, wenn man sein Moped abends mit ins Zimmer schiebt.(Vorraussetzung natürlich ein Zimmer im Erdgeschoss und beim Ölwechsel bitte was unterlegen, Probeläufe sind verboten). Logischerweise braucht ihr nicht im Hilton oder BestWestern nachzufragen ,es sollte schon eine „No Name- Absteige“ sein, die ihr zur Werkstatt umfunktionieren wollt. Zwischen 30,- und 40,-US$ pro Nacht sollten bei Langzeitmiete machbar sein. Bei der Motel/Apartmentvariante kommt dann allerdings noch das Fahrzeug und die Verpflegung dazu. Einen geschlossenen Transporter zu mieten ist schwer oder unmöglich ,bleibt also der klassische PickUp, den eigentlich alle Vermieter im Programm haben und für ca 300,- bis 400 US$ die Woche mieten kann. Jedoch dürft ihr nicht vergessen ,die Motorräder stehen frei und sind für jeden zugänglich nicht das ihr mal bei BurgerKing rauskommt und nur noch die Kanister auf der Ladefläche stehen. Böse Zungen behaupten es soll angeblich auch böse Amis geben.

Verhungert ist in den USA wohl noch keiner also Fressbude an Fressbude für jeden Geschmack und jede Geldbörse ,wenn ihr jeden Tag essen geht rechnet mal gleich 25,- bis 30,- US$ am Tag dazu, bei anspruchsvollen Geschmack kann es auch schnell das doppelte sein. Als Selbstversorger im Camper liegt ihr ziemlich gleich mit den Preisen in Deutschland.

Die Ankunft in Los Angeles war so wie man das aus diesen kitschigen Filmen kennt, Sonnenuntergang in Rot-Lila , ca. 20 GradWärme ,hier und da `ne Palme, halb nackte Mädels, Scheiß die Wand an ,wir hatten Ende Dezember und sind mitten drin, dort wo man im Winter die ständig frisch geschobenen Strecken wässert um der Staubentwicklung Herr zu werden ,dort wo man Abends einfach das Licht an macht um weiter fahren zu können, dort wo Crossfahrer sich untereinander Grüßen ,dort wo das Streckenlayout jedes Jahr auf`’s neue den Fahrerniveau angepasst wird, dort wo Waschbretter und Doppelsprünge nicht verboten sind und jeder selbst entscheidet ob er es fährt oder nicht. Kalifornien ,die Heimat aller MX Heros und Teams ,der ultimative Abenteuerspielplatz für Erwachsene!  

Die ersten Tage verbrachten wir damit unseren Camper wieder frisch zu machen und Platz für unsere Motorräder zu schaffen unser Kumpel Anthony versuchte in der Zeit eine Versicherung aufzutun, die bereit war uns zu versichern ohne das wir uns gleich im Armenhaus melden mussten.

 

Ohne US Driverlicens erwies sich das doch als sehr problematisch und ur-teuer.An dem Tag als wir uns mit unserem schlechten Englisch auf dem Weg nach Temecula machen wollten um unseren Führerschein zu machen erlöste uns Anthony mit einem Anruf und der Bestätigung das wir nun endlich eine bezahlbare Versicherung für unseren Camper hatten. Die Prüfung wäre bei uns Sprachgenies sowieso völlig in die Grütze gegangen, .

Was wir bei unseren Motorrädern schon lange wussten bestätigte sich dann auch bei unserem Camper, die Dinger haben `ne Seele. Jedenfalls freute sich unser 20 Jahre alter Ford so sehr darüber endlich wieder auf den Highway zu dürfen , daß es ihm unmöglich war seine Flüssigkeiten bei sich zu behalten. So tauschten wir Tag für Tag irgendwelche Dichtungen und Teile aus. Zeit hatten wir ja genug, da unsere Motorräder beim Zoll fest hingen und auf Grund der scheiß Terrorwarnung wohl erst mit einer Woche Verspätung den californischen Boden umpflügen durften.

Als Basislager entschieden wir uns für den „City of Lake Elsinore“ Campground, Garry Semics mit seiner MX Schule als direkten Platznachbarn. Von hier aus erreichst du alle Race-Tracks die sich vor Jahren beim lesen einer Dirt Rider oder Motocross Action in deinen Gedächtnis eingebrannt haben. „Große Namen“ wie Starwest ,Perris, Glen Helen, Lake Elsinore, Victorville, LACR ... keine weiter als 50 Meilen entfernt .Morgens Lake Elsinore ,mittags Perris und abends bei Flutlicht dann Starwest.

Im Vergleich zu unseren Strecken kommt es bei all diesen Tracks darauf an ein „Timing“ zu finden. Du musst dort nicht dein Moped  brutal vorm Sprung zusammenbremsen, um nicht im “Flat“ zu landen, vielmehr brauchst du jeden Meter Anfahrt und selbst die Kurve zuvor sollte schon passen.    

Es gibt hier keine Bremswellen vorm Sprung ,keine Rillen beim Absprung und auch keine Krater in der Landekante die dich aus dem Sattel schmeißen. Es gibt auch keine alten Vereinshampelmänner die dich fragen „Willst du Moto Cross fahren oder Autobahn fahren?“, nur weil du es gewagt hast dich über den beschissenen Zustand der Strecke zu beschweren. Die Streckenbetreiber dort verstehen ihren Job und wissen, dass Sie nur mit einem wirklich guten Track , regen Zulauf haben.

Die Strecken sind Anspruchsvoll aber nach kurzer Eingewöhnung für jedermann fahrbar, wir sind auch nur Hobbyfahrer die sich Zuhause beim 15 Meter Table in die Hose scheißen und keinen doppelten ohne Stoßgebet gesprungen sind, Waschbretter kannten wir nur aus dem Fernsehen und Sprungkombination wo das „Timing“ einfach stimmen sollte, kannten wir gar nicht. Es Verlangt keiner was Unmögliches von euch bei extremen Sprüngen gibt es immer `ne softere Variante ,beim Triple geht’s auch über eine Zwischenlandung im Doppel oder alle einzeln, der Spaß kommt nie zu kurz und du wächst in Laufe der Zeit mit dem Anspruch der Tracks. Anfangs fährst du jedes Mal zur Seite wenn du nur einen Ami kommen hörst,  nach einiger Zeit aber schwimmst du mit, du fängst an mit den Buddys zu kämpfen (immer fair) und freust dich bald schon darüber, dass du Jemanden zum Spielen hast.

Die Jungs kochen auch nur mit Wasser kriegen es aber irgendwie hin das es selbst bei 150 Grad immer noch nicht verdampft. Es gibt dort genau so viele Mützen wie bei uns. Jedoch auch 10 mal so viele schnelle Fahrer, richtig schnelle Hobbyfahrer, die Rundenlang mit Profis mithalten oder verblasen, aber keine Lust haben MX als Beruf auszuüben.                                                                         Diese Jungs waren für uns die eigentlichen Heros, nur aus Spaß am Fahren und nur für sich selbst legen die so einen Speed hin, der absolute Hammer. 5 jährige die einen mit ihrer 50erKTM überspringen nicht ohne dabei diese orange Spielzeugkisten auch noch zu whipen, das mit einer Körperhaltung und einem Style das einem schwindelig wird. Wenn wir doch nur 5% dieser Feinmotorig hätten...

Die Tracks bieten wirklich für jedes Fahrerniveau etwas, wir betonen jedes Niveau.

Lake Elsinore hat alleine 7 Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, 50er Track, 80er and Women Beginner, Quad Track, Veteran Track , Supercross (für Jedermann), Supercross (Nur Pros) und den Main Track. Wenn Ihr nicht gerade am Wochenende (ca600 Fahrer) nach Lake Elsinore kommt ist das unserer Meinung die ideale Strecke um sich einzuschießen, auf dem Veteran -Track kann man super sein Selbstbewustsein aufbauen und den angeborenen Respekt vor den Amis abbauen, viele Table kein Waschbrett aber leichte Kombinationen nicht zu einfach, nicht zu schwer –ideal. Danach auf den Supercross Track, ein Traum :Waschbrett, Doppelte in Reihe, Triple, Step-Ups, große Table, kleine Table einfach alles was man zu Glücklichsein braucht und das alles so harmonisch das wirklich jeder mit ein bisschen Arsch zusammenkneifen seine Runden flüssig genießen kann.

 

 Wenn da bloß nicht immer dieses dröhnen wäre.

 

Für wem das alles kalter Kaffee ist fährt halt auf dem Main Track, Airtime pur, schnell, hart ,Wahnsinn. 60 Meter!!! Table ,100 Meter!! Waschbrett  , Step-Ups richtig hoch und richtig weit, doppel und triple ,die wir als solche noch nicht einmal erkannt hatten. Irre ,aber nichts für uns dafür war uns trotz Unfallversicherung das Risiko zu hoch. Wir sind zwar recht alt aber noch nicht senil. Perris , Piru ,Starwest, LACR... für alle gilt das gleiche –Regelmäßige Instandsetzung (nicht Monats oder Wocheninterwall sondern täglich bis stündlich) ,Streckenwässerung ,Streckenposten ,Medizinische Versorgung , saubere sanitäre Anlagen , das alles für 20US$ am Tag und zwar jeden Tag in der Woche .Es gab wirklich keine Strecke die wir gefrustet verlassen haben weil wir nicht  das Know How für den Track hatten, logisch lässt man mal den einen oder anderen Sprung aus, um ihn dann am nächsten Tag zu knacken oder übernächsten oder auch gar nicht ,Scheiß drauf ,der Rest der Bahnen reicht dicke aus um Abends mit einem dicken Grinsen seine Rigge einzuladen und sich auf den nächsten Tag und Track zu freuen. Wenn da bloß nicht immer dieses dumpfe dröhnen wäre.

Wenn es nur die Strecken wären die Kalifornien zum MX Mekka machen ,dann würde man schon nicht mehr im Frühjahr nach Asti fahren ,aber das drum herum erinnert einen ständig daran wo wir hier eigentlich sind. Auf den Highways siehst du dort genau so viele mit Crossern beladene PickUps  wie du bei uns schwarze Golfs auf der Autobahn siehst. Wenn du mit deinem 7,5 Liter Ford dahin cruist und rechts und links des Freeways die tausenden von Spuren in den Bergen siehst die auf eine Benutzung als Spielwiese hinweisen, du auf einmal neben Buddy Antunez ,Brad Mettcalf ,Jeff Emig oder aber Mike Craig auf einer Strecke fährst und die dir dann auch noch das Gefühl geben das du nicht der letzte Arsch bist sondern genau so wie die einfach nur Mxer, einer von ihnen halt, spätestens dann merkst du das daß hier ein ganz besonderer Ort für uns sein muss. Jeder ,aber auch wirklich jeder dort hat irgendetwas mit Cross zu tun oder kennt jemand der fährt ,in der Glotze läuft Werbung für Crosser ,MX Heros wie MC oder Reed machen Werbung für sämtliche Waren. Jeder Pick Up hat wenigstens einen MX Aufkleber backen .An der Tankstelle fragt dich ein 60jähriges Mütterchen welche Klasse du fährst um dir dann zu erklären das man ne 125er immer mit viel Gas fahren muss, scheiße woher weiß die das?? Bei uns wirst du von jedem Mitte 40er Gussradspinner nur mitleidig belächelt ,schlimmstenfalls sagt er dir dann auch noch das er auch mal „Motorencross“ gefahren ist ,schon lange her aber dafür mit `ner richtigen XT500.

Da es logischerweise Pflicht ist sich in den Staaten wenigsten einen Supercross-Lauf anzuschauen, haben wir uns für das erste SX in Anaheim Tickets besorgt. Für schlappe 30 US$ gibt es super Plätze inklusive Pit Pass !!  Glücklicherweise lernte wir 3 Tage zuvor Matt Walker auf dem Factory Kawa Track kennen, seines Zeichens  Pro Circuit Kawasaki Rider. Das wir seine spontane Einladung zu seinem Freitag’s Training im „Edison Int. Field Stadium“ zu Anaheim nicht ausschlugen, erklärt sich von selbst. (übrigens ,für`n Kasten Bier kriegt ihr von uns eine genaue Wegbeschreibung zu den versteckten Factory Tracks.)

Von wegen „ IT NEVER RAINS IN SOUTHERN CALIFORNIER“, das Training wurde abgesagt und der komplette Track wurde mit Folie abgedeckt, um wenigstens den Renntag zu retten. Der anfängliche Frust war schnell vergessen, als Matt uns mit in die VIP-Lounge nahm, und wir plötzlich an der Pressekonferenz teil nahmen. Da standen wir nun zwischen all den Heros der Vergangenheit und Neuzeit, wie z.B. Roger DeCoster, Mitch Payton, David Bailey, Rick Johnson, Jeff Emig, RC, Chad Reed, Tortelli, Tedesco, usw. usw... Plötzlich brachten wir Verständnis auf für 12 Jährige Girls die kreischend vor der “Brosis“ Bühne stehen.  Nicht das wir mit Teddys oder Slips geworfen haben (war ja nun auch schon `n Fleck drin) aber diese Typen mal zu treffen, die einen die letzten 15 Jahre immer wieder zeigten das man auch schnell fahren kann ohne sich ständig zu Maulen ,war schon ein Erlebnis der besonderen Art. Höflich ,nett, kein „Stargehabe“und zum „Smaltalk“bereit.

Am Renn-Samstag lachte der Stern wieder so wie es sich für Californien gehörte. 45000 Zuschauer davon 44998 Patrioten die ihr Herz hielten und die amerikanische Nationalhymne mitsangen. Albern ,schrecklich oder sogar peinlich??? Bestimmt nicht eher Gänsehautverdächtig ,wäre doch auch schön  mal als deutscher wieder auf etwas stolz zu sein(wenigstens zu dürfen) oder zu mindest ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu verspüren.

Dank der Folie war die Strecke im „Top Zustand“ und es hätte eigentlich auch ein tolles Erlebnis werden können wenn da nicht wieder ständig dieses dumpfe Dröhnen wäre.

Noch nie ist es uns so Bewusst geworden wie bei diesem SX –„Wir hassen Fourstroke Eimer“. Es gab mal Zeiten da hätte man sich mit verbundenen Augen ins Stadium setzen können und man wusste trotzdem was gerade passiert ,man hörte und fühlte es wenn `ne 125er für`n Triple beschleunigte. Ein Zweitakter im

 

Waschbrett ,wenn’s davon ne CD geben würde, wir würden sie kaufen vielleicht noch mit Bonus Soundtrack vom Start. Heute schaust du auf das Field und versuchst wenigstens optisch das eine oder andere Highlight auszumachen aber meistens sind deine Augen erst beim Geschehen wenn schon überholt wurde bzw. der Fahrer sein Bike schon wieder aufhebt .Sound als Richtungsweiser für Action gibt’s nicht mehr. Vielmehr erinnert diese laute monotone Geräuschkulisse eher an ein Fahrerlager, in dem alle ihren Notstromer rausgestellt haben, aber nicht an ein packendes Rennen. Selbst eingefleischte Fourstroke Fetischisten bestätigten uns dieses Manko.

Die Jungs da unten bekommen aber wenigstens noch Geld dafür das sie uns die Dinger schmackhaft machen . Richtig ,man fährt auf anhieb `ne Sekunde schneller mit so einem „Wunderwerk der Technik “ ,aber was nützt dir das beim Clublauf wenn alle so`n Ding haben. Richtig, es ist einfacher mit so einem Eisenhaufen zu fahren,aber dumme Frauen sind auch einfacher, poppst du deshalb eine Fedbusch oder Elvers. „Einfach“ das ist doch ein Begriff der eigentlich für Anfänger interessant sein sollte. Warum kaufen die sich denn als erstes einen Zweitakter?? Vielleicht aus Kostengründen?? Glaubt ihr den wirklich noch das ein Rennmotor mit gleicher Drehzahl aber mit gut 70 Einzelteilen mehr, mit weniger Service auskommen kann? Glaubt ihr wirklich das der Umweltschutz dafür Verantwortlich war das die großen vier nur noch in eine Richtung entwickeln ? Oder das es ein Rechenfehler der Industrie ist, wenn sie euch ein viel aufwendigeres Motorenkonzept für gerade mal 500 Euro mehr verkaufen. Versucht doch mal beim Händler eures Vertrauens, was ihr denn für 500 Flocken wirklich an Teilen bekommt.(Dichtungssatz,4Ventile eins davon gebraucht)Vielleicht aber auch nur vielleicht liegt es ja auch daran ,das es mittlererweile sämtliche Verschleißteile für Zweitakter im Zubehör gibt(bis auf Getriebe)  und die Zubehörindustrie mit Sicherheit ne ganze Weile brauchen wird bis sie alle Fourstroke Parts im Programm hat.(Wenn überhaupt)                                                        Wie es auch sei, es ist ja schon erfreulich wenn in unserem Sport mal wieder was passiert aber doch bitte nicht auf Kosten der Zweitakter .Ventile ja ,aber bitte nicht einfach die Spielregeln ändern ,fuck .Beim Fußball darf eine Mannschaft doch auch nicht 20 Spieler auf den Platz stellen nur weil sie schwächer sind. Warum ist MX denn der aktivste Motorsport in Deutschland doch bestimmt nicht weil `ne Motorüberholung mal flott 2000,- Euro kosten kann. Wenn das so weiter geht werden wir noch alle Scheiße schreien aber dann ist es zu spät ,dann sind sie weg, die günstigen  Zwiebacksägen .

Bestimmen tun immer noch wir was stirbt oder lebt, es ist unser Geld was die großen Vier haben wollen. Aber das nur mal am Rande.. ;-)

Apropos Teile, ein großer Vorteil dort ist es, daß ein Trainingstag nicht beendet ist wenn zB.ein Bremshebel abbricht. Das passende Ersatzteil bekommt man bei den vielen MX-Shops, die sich meist nur wenige Meilen von den Tracks angesiedelt haben. In einer Kleinstadt wie Lake Elsinore gibt es z.B. 3 Shops, die sehr gut sortiert sind. Bei RC-Motorsports kann ein deutscher Crosser mit einigen Preisnachlässen rechnen, dafür haben wir gesorgt. Grant Langston und sein Vater haben im Februar direkt an der Einfahrt zum Lake Elsinore Track ihren Laden eröffnet, da kann man dann auch schon mal flott mit seiner Rigge zum Shoppen rüberfahren. Da hier fast Jeder eine oder mehrere Dirt Bikes in der Garage stehen hat, haben die Shops hier einen Kundenstamm, der bei uns Zulande unvorstellbar ist. Deshalb ist es dort auch möglich einen MX-Mega-Store zu führen, ein solcher Store ist Chaparrel. Wenn man dieses Konsum-Zentrum betritt fühlt man sich wie ein Brandenburger im November 1989 beim ersten KadeWe-Besuch. Eine Ladenfläche mit einer Größe von 2 Fußballfeldern, eine Hälfte nur Dirt Bikes und die andere Hälfte nur mit Racewear und Technik-Parts vollgestopft. Leider merkt man an den Preisen das Chaparrel sich ein eigenes Rennteam leistet ,handeln ist da gar nicht drinne. Wir sind sowieso der Meinung, dass man nicht um eventuell ein paar Euro zu sparen unsere Händler hier in Deutschland hängen lassen sollte. Ohne unsere Händler, die sich zum Teil nun wirklich keine „Goldene Nase“ verdienen und das Ganze nur aus Liebe zum Sport machen, wären wir Fahrer doch verloren. „SUPPORT YOUR LOCAL DEALER “!! Dieser Satz gewann an großer Bedeutung, als bei einer von unseren „Echten“ 125`er ein Pleul abriss, Zweitaktpower eben. Unser „Local Dealer“, TM Racing / Delmenhorst/in good old Germany, schaffte es aber innerhalb von 5 Tagen, uns mit einem kompletten Aggregat zu versorgen. Thomas, Sorry noch mal für die nächtliche Störung!!!

 

Interessant ist es auch mal die Stammhäuser der großen Marken zu besuchen, wie z.B. White Brother`s, Troy Lee, Factory Connection, Oakley, Malcom Smith, TAG-Metal, FMF, usw..alle sind sie hier. Besonders geil war der Besuch bei Pro Circuit, dort nahm man sich richtig Zeit für uns, wir haben von sämtlichen PC Winner-Bikes über den Motorenprüfstand an 10000 Auspuffanlagen vorbei bis hin zum 2 Mio.$ teuren Racetruck alles gesehen. Jedes Mal wenn wir vor staunen unseren Mund nicht zu bekommen haben, hauten die mit Stolz geschwelter Brust noch ein Highlight raus Die Jungs von PC wollen noch in diesem Jahr Ihre Ladenfläche vergrößern und ein Museum in ihren edlen

Räumlichkeiten einrichten.Zum Ende der Führung bekam jeder wie es sich bei einen richtigen Kindergeburtstag gehört, eine„Bunte Tüte“in die Hand gedrückt, leider ohne Luftballon.  

Nachdem wir gesehen hatten mit welchem Aufwand so eine Pro Circuit 125`er bearbeitet wird, wollten wir natürlich so ein Mörderteil auch mal fahren.

An einem Samstag in Glen Helen hatten wir dann die Gelegenheit eine Ex-Scott Simon Pro Circuit Suzuki mit wirklich allen Extras zu testen. Scott Simon ist zur Zeit ein Trainingspartner von Travis Pastrana, unsere Erwartungen waren sehr hoch. Eigentlich konnte uns nur der Motor überzeugen, der dann aber richtig ,ein richtiger Fourstroke-Killer ;-). Wobei man erwähnen muß, dass die AMA es zulässt die Kubikzahl um 10% zu überschreiten, also hatte diese 125`er eigentlich 134 ccm. Schade ist nur, dass die Viertakter das auch dürfen(10%=274ccm=unfair!!). Beim Fahrwerk haben die Pro Circuit – Schrauber kein glückliches Händchen gehabt. Nachdem wir auch unsere Bikes zum Testen freigaben, mussten die Buddies schnell zugeben, dass eine SÖLVA-Gabel bzw ein RR Racing-Fahrwerk besser funktionieren als dieses Produkt des #1 US-Suspension-Tuners.

Geiles Gefühl wenn „German- Engineering“ es wieder einmal schafft ,die von ihren Produkten überzeugten Amis, zu beeindrucken.

„Freeriding“ wir?? Was soll daran so toll sein? Wir sind nicht Busty W. oder Mad Mike die jede natürliche Unebenheit dazu nutzen um eigentlich festgelegte Physikalische Gesetze außer Kraft zu setzen.Wir sind die letzten 15 Jahre immer brav im Kreis gefahren ,meistens links rum, warum sollten wir uns jetzt auf einmal ne eigene Spur suchen , das haben wir ja die letzten Jahre noch nicht mal auf der Strecke geschafft.

Was der MXer nicht kennt vermisst er auch nicht, aber wehe er lernt es kennen.

Unsere ersten Fields waren die in Beaumont, ein Gebiet so groß wie die Lüneburger Heide , optisch vergleichbar mit dem Tele-Tabbi –Land, übersäht mit Spuren die einem klar machen das daß hier unser Areal ist. Auffahrten wie beim Hillclimbing in Rachau ,Abfahrten bei dem dein Hinterrad ,trotz noch so vorsichtigen Betätigen der Handbremse, sofort abhebt. Du fährst über Bergkämme die gerade mal 1 Meter breit sind es dafür aber rechts wie links 50 Meter in die Tiefe geht .Auf allen höheren Hills versuchst du dich neu zu orientieren um mit deiner Tankfüllung auch wirklich wieder zum Camp zurück zu kommen. Das erste Mal in unserer „Crosser-Karriere“ konnten wir das über Jahre auf der Strecke erlernte umsetzen, um so das Gelände zu bezwingen. Erst als der letzte Tropfen Sprit aus dem Kanister geschüttelt wurde und die Sonne sich hinter den Hills verabschiedete waren wir bereit das Tele-Tabbi-Land , um eine Erfahrung reicher, zu Verlassen. Nachahmern sei empfohlen sich nur mit einem guten Scout in die Hills zu wagen ,du verlierst sehr schnell die Orientierung und eventuelle Bergungen von Mensch und Maschine sind meistens nur über den Luftweg möglich .

Während man die Fields noch mit hardcore Endurowandern vergleichen kann ist Glamis einfach nur ein Funzentrum ,du brauchst den ganzen Tag um endlich dieses dämliche Lächeln aus deinem Gesicht zu kriegen ,du denkst die ganze Zeit das kann nicht wahr sein was du da gerade erlebst. Eine der größten Sandkisten der Welt in der jeder sein Spielzeug mitbringen kann um damit Extremsituationen zu erfahren die schöner nicht sein können. Die Natur hat`s einfach drauf, Steilwandfahrten bei dehnen du merkst wie dein Fahrwerk immer weiter komprimiert wird während du dich weiter im Kreisel hochschraubst. Auf- und Abfahrten die knapp an der Grenze des Machbaren sind aber die Natur die Garantie für den richtigen Winkel übernommen hat, der gleiche Winkel der auch dann dafür sorgt das du das erste Mal mit beiden Rädern in der Luft bist und auch sicher wieder landest.Nachts geht die Party am Lagerfeuer weiter. Paddelpflicht 10, Suchtfaktor 10 ,Spaßfaktor 10 , Veletzungsrisiko 0,5 .Eine ordentliche Beschreibung ist einfach nicht möglich muss ein jeder selbst mal gemacht haben um das zu verstehen .

 

 

Nun sitzen wir wieder hier in „cold old Germany“, unsere Bikes sind noch irgendwo im Panama Kanal auf dem Weg nach Hause und wir versuchen das Erlebte irgendwie in einem Text umzusetzen - sehr schwer und eigentlich auch nicht möglich.

Seit 15 Jahren fahren wir nun schon MX und seit 14,5 Jahren wissen wir, daß wir niemals damit Geld verdienen werden und wir auch niemals an der Spitze mitfahren werden .Aber Warum fahren wir dann immer noch? Warum brechen wir uns ständig die Knochen und steigen trotzdem immer wieder auf`s

 

Moped? Warum ballern wir unsere ganze Kohle in diesen Sport und den Lifstyle? Warum investieren wir so viel Zeit ,Wochenende für Wochenende? Warum? Warum? Warum????...

Weil es Orte gibt die aus den Tausenden “Warum „ein dickes „DARUM!!“ machen.

Californien ist mit Sicherheit einer dieser Orte!

Wir haben in der Zeit viele Freunde gefunden, haben die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Amis kennen und lieben gelernt, Aufgeschlossenheit und Höflichkeit täglich genossen .Es ist klar das wir unseren Camper nicht verkaufen konnten um uns und unseren “German-Buddys „ das DARUM jederzeit zu ermöglichen.

See you in So Cal 

Jens und Holger

 

 

Über uns

Unsere Fahrer werden unterstützt von:

DoubleEE
Silkolene
Langstonlogo
Grafik103